ich bin doch eigentlich bunt

oder wie eine depression mir zwischenzeitlich meine farben nahm

wo ich einmal bunt war
fand ich plötzlich nur noch grau
innen grau und trostlos
nur dunkle gedanken

verschwommen in
gedankennebel
gefühlstaubheit
lebensmüdigkeit

einheitsbrei aus
ich kann nicht mehr
ich will nicht mehr
ich brauche wieder mehr

freude im leben
liebe am leben
will wieder leben
statt nur überleben

aber das überleben schien auf einmal der einzige modus
wie nie anders gewesen
nur durchhalten
irgendwann geht es vorbei

das „will wieder leben“ schien nur eine fantasie
wie nie dagewesen
nur selten ein hauch
wie es viel-leichter sein könnte

die liebe am leben schien ein irres gedankenkonstrukt
wie nie dagewesen
nur etwas das einem angepriesen wird
wie toll das doch wäre

die freude im leben schien viel zu gut versteckt
wie nie dagewesen
nur zwischendurch ein leichter duft
wie er mich früher mal begleitet hatte

wo ich einmal bunt war
fand ich plötzlich nur noch grau
außen grau und farblos
eine trübe welt

verschwommen in
alltagsschleiern
immer gleichen routinen
grad so am existieren

einheitsbrei aus
wird schon wieder
geh nur raus immer wieder
ich brauche wieder

sonnenstrahlenmomente
lichtblicke
lebenswille
alltagsglücke

aber die alltagsglücke schienen auf einmal wie weggekehrt
wie nie dagewesen
nur eine schwache erinnerung
wie das mal war

der lebenswille schien wie geflohen
wie nie dagewesen
nur ein ahnen
wie es sich anfühlte gerne zu leben

die lichtblicke schienen auf einmal wie ausgeschalten
wie nie dagewesen
nur manchmal ein sanftes nachleuchten
erloschen bevor ich es fassen konnte

die sonnenstrahlenmomente schienen wie abgedunkelt
wie nie dagewesen
nur ab und zu der traum von dem kitzeln
wie die wärme sich ausbreitete

nur noch ein schatten meiner selbst
grau in grau
denn mehr kostete energie

die nur noch für den alltag reichte
tag für tag
denn der alltag musste laufen

für die außenwelt vermittelnd dass alles gut ist
schritt für schritt
denn irgendwie musste ich funktionieren

auf niedrigstem level mich entlanghangelnd
minute um minute
denn aufgeben war nicht drin

wenn der schatten nicht gewinnen sollte
gedanke um gedanke
denn da breitete er sich aus

also wieder aufstehen
morgen für morgen
denn der kampf kämpfte sich nicht von allein

auch wenn ich aufgeben wollte
wieder und wieder
denn manchmal wusste ich nicht mehr wofür weitermachen

wenn die dunkelheit übernahm
nacht für nacht
dann blieb von mir nicht mehr viel übrig

das ich dann tagsüber wieder finden musste
stück für stück
denn wer war ich sonst

wenn das grau mir meine farben nahm
pinselstrich für pinselstrich
ich bin doch eigentlich bunt

07.02.2024

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